Es sind die sogenannten Skiferien in Hamburg. In diesen habe ich als Schulschwimmlehrerin frei und genieße den Besuch bei meinen Eltern in Dresden. Wieder zu Hause steigen täglich die Coronazahlen. Der Beschluss: Die Schwimmbäder werden geschlossen. Für mich hieß es plötzlich: Arbeitsverbot und kein Einkommen mehr, da ich freiberuflich tätig bin. Gott sei Dank kann mein Mann ganz normal im Homeoffice weiterarbeiten. Doch wie nutze ich meine viele Zeit ohne Freunde zu treffen, ohne in unserer Frühstücksküche der Gemeinde zu helfen?
»Die Decke ist mir in dieser Zeit nicht auf den Kopf gefallen, denn ich
habe diese Situation angenommen und das Beste daraus gemacht.«
Also längere Spaziergänge mit dem Hund in der Heide, den Garten auf Vordermann bringen, mehr Sport treiben, Ideen endlich umsetzen, wie ein Wegekreuz für den eigenen Garten basteln und die Enkeltochter betreuen, da ich ja mit 51 Jahren nicht zur Risikogruppe gehörte. Zur täglichen Routine wurde auch die Livemesse um 11 Uhr mit Erzbischof Stefan. Die Decke ist mir in dieser Zeit nicht auf den Kopf gefallen, denn ich habe diese Situation angenommen und das Beste daraus gemacht. Noch klappt es mit der Arbeit noch immer nicht, aber die Hilfe während der Heiligen Messe in der Gemeinde bereichert den Alltag. Mein Blick geht zuversichtlich in die Zukunft, denn ich bin dankbar, keinen meiner Liebsten und Freunde an dieses Virus verloren zu haben. Vergelt‚s Gott.
Silke Ottow