Neben allen Schwierigkeiten und Einschränkungen, die mir als Lehrerin die Umstellung auf Online-Unterricht von einem Tag zum anderen das Leben schwer gemacht haben, bin ich sehr dankbar für Begegnungen mit meinen Nächsten – sei es real oder virtuell. Gerade in der Zeit des Social Distancing hat es mich zutiefst berührt, die Osternachtsmesse mit der Kommunität der Benediktiner in Nütschau mitzufeiern. Es war, als ob ich mittendrin in der Gruppe der Mönche willkommen war. Ihre „große“ Hausgemeinschaft ließ ein Gefühl von Alleinsein gar nicht erst aufkommen.
»Vielleicht werden wir eines Tages auf diese Zeit zurückschauen und
sagen, es hat unseren Blick auf die Welt, auf Gottes Schöpfung
verändert und zum Besseren gewendet.«
Es hat mir das Herz erwärmt, wenn meine Schüler in ihren Mail-Antworten persönliche Worte einfließen ließen, die über die reine Abgabe einer gestellten Aufgabe hinausgingen. Auch der Zuspruch der Eltern war eine willkommene Wertschätzung unserer unermüdlichen Arbeit. Es ist bereichernd, auf unserer virtuellen Schulplattform an der Sankt-Ansgar-Schule einen Raum der Schulpastoral eingerichtet zu haben, der von vielen Kollegen mitbestückt und von der gesamten Schulgemeinschaft genutzt wird.
Es hat die Hausgemeinschaft mit unseren eigenen erwachsenen Kindern zusammengeschweißt und auch neu belebt, dass wir mehr Zeit miteinander verbringen „mussten“ und nicht jeder seiner Wege gehen konnte. Und es gibt noch vieles, was ich aufzählen könnte. Vielleicht werden wir eines Tages auf diese Zeit zurückschauen und sagen, es hat unseren Blick auf die Welt, auf Gottes Schöpfung verändert und zum Besseren gewendet. Und wir sind sooo dankbar, dass es „nur“ Corona ist und keine kriegerische Auseinandersetzung, die wir durchleben müssen.
Catharina Haarmeyer-Soria Vega und Francisco Soria Vega, Hamburg-Lokstedt